Freitag, 2. Januar 2015

PULLED PORK - oder "gezupfter Schweinebraten"

... mit selbstgemachten Burger-Buns
 
 
 
Dieses Fleisch lässt mir schon lange das Wasser im Mund zusammen laufen. Schon seit Wochen recherchiere ich, schmökere in Rezepten und frag befreundeten Hobbyköchen ein Loch in den Bauch. Als das Christkind in Form meiner Tochter dann auch noch ein Fleischthermometer vorbei brachte, gab es keine Ausrede mehr: Jetzt hab ich mich endlich mal selbst dran getraut. Pulled Pork - ein Schweinebraten, der so zart und saftig ist, dass er fast von selbst zerfällt und man das Fleisch nur mit zwei Gabeln auseinander zupfen muss.
 
 
Gegessen wird es dann wie ein Burger. Man belegt sich die Brötchen nach belieben. Hier gabs Krautsalat, Tomaten, Zwiebelchutney, BBQ-Soße, grünen Salat und Kartoffeln vom Blech dazu.
Zu erst musste ich englisch lernen. Nicht, dass ich es vorher noch nicht konnte, aber Begriff wie "Buns" , "Rub" oder "Mop" - die offensichtlich untrennbar zu Pulled Pork gehören - musste ich erst mal googlen.
 
Buns - das sind die Hamburger-Brötchen. Es sind sehr softe, weiche Milchbrötchen aus Hefeteig
 
Rub - das ist die Gewürzmischung, die in das Fleisch mindestens 24h vor der Zubereitung sanft aber beherzt einmassiert wird
 
Mop - das ist die Soße, mit der das Fleisch während des Bratenvorgangs begossen wird und in der es sanft schmoren darf.
 
Hier mein Rezept dazu (für 4 hungrige Personen + Reste für den nächsten Tag)
 
  • 1 Schweinenacken, 1,2 kg (nicht zu mager)
Rub:
  • 1 EL beliebiges Grillgewürz (hier BBQ-Gewürz von Schuhbeck + geräuchertes Paprikapulver)
  • 1 TL grobes Meersalz
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1 EL Öl
Verrühren. Fleisch von allen Seiten damit gründlich einreiben. An Stellen mit Dellen oder Schlitzen tief einmassieren. Fest in Frischhaltefolie einwickeln und für mind. 24h in den Kühlschrank legen.
 
 
 
Mop:
  • 300 ml stark konzentrierte Hühnerbrühe
  • 200 ml Ananassaft (sicher geht auch ein anderer süß-saurer Saft)
  • 1 EL Ahornsirup
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
 
Ofen auf 110°C / Umluft vorheizen. Fleisch 1 h vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen. Butterschmalz in einem hohen Bräter erhitzen und das Fleisch von allen Seiten anbraten. Mit dem Mop angießen.
 
 
 
Deckel drauf und ab in den heißen Ofen. Mein Fleisch habe ich nach 3 h 1x umgedreht, nach 6,5 h herausgeholt. Es war perfekt. Es hatte eine Kerntemperatur von 90°. Ich habe zwischen drin immer mal wieder nachgemessen, nicht aber die ganze Zeit. Man kann auch den Zupftest machen: Einfach mit der Gabel reinstechen, und schauen, ob es schon in Fasern  zerfällt.
Jetzt das ganze Stück herausnehmen und fest in Alufolie packen. Warm stellen. (In Handtücher gewickelt oder in eine Isoliertasche gesteckt) Das Fleisch sollte jetzt ca. 1h ruhen dürfen. Dann wird es noch zarter.
In der Zwischenzeit kann man die Soße etwas einkochen lassen und abschmecken. Nach der abgelaufenen Stunde holt man das Fleisch aus der "Packung". Jetzt kommen die Gabeln zum Einsatz: Den Braten kräftig auseinander ziehen und zupfen.
 
 
Wieder in den Bräter mit der heißen Soße zurückgeben und vorsichtig miteinander vermischen.
 
Die vielen Stunden, die der Braten im Ofen ist, kann man ihn unbesorgt unbeaufsichtigt lassen. Die Temperatur ist nicht hoch genug, um ihn anbrennen zu lassen. Der Deckel verhindert auch, dass die Flüssigkeit komplett verdampft.
Man kann die Zeit allerdings auch für die Beilagen verwenden. Vor allem ist der Ofen ja die letzte Stunde vor dem Servieren wieder frei und schon schön vorgeheizt - also bereit für die selbstgemachten Burger-Brötchen, so called
 
Buns
  • 300 g Mehl (Wiener Griessler)
  • 200g Pizza-Mehl (00)
  • + ein wenig Mehl zur Verarbeitung
  • 30g frische Hefe
  • 150 ml warmes Wasser
  • 50 ml warme Milch
  • 40 g Zucker
  • 2 Eier
  • 80 g weiche Butter
  • 5 g Salz
  • 2 EL Sesam
  • 1 Eigel1
  • EL Sahne
Mehl in eine Rührschüssel geben. Wasser, Milch und Zucker in einem Becher verrühren und die Hefe darin auflösen. Flüssigkeit in die Mitte des Mehls gießen und einen kleinen Vorteig anrühren. Mit etwas Mehl von der Seite bestäuben. 30 Min. zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Nun Eier, Butter und Salz mit dem Knethaken der Küchenmaschine unter den Teig rühren - ca. 5 Minuten, bis ein glatter Teig entsteht.
 
 
Der Teig ist sehr weich und luftig. Man könnte in Versuchung geraten, etwas mehr Mehl dazuzugeben - das bitte NICHT tun. Je mehr Mehl im Teig ist, desto härter werden die Buns.
Jetzt den Teig mit bemehlten Händen zu einer Kugel formen und zugedeckt an einem warmen Ort nochmal 30 Minuten gehen lassen.
Teig mit bemehlten Händen auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Mit der stumpfen Seite eines bemehlten Messers in die gewünschten Portionen teilen. Ich habe 9 Buns zu jeweils ca. 95g aus meiner Teigkugel gekriegt.
Jede Portion mit bemehlten Fingern nach innen einkrempeln und zu einem festen Ball rollen. Die Kugeln mit der Nahtseite nach unten in gleichmäßigen Abständen auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
Zugedeckt wieder - zum letzten mal - 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Ofen auf 200° anheizen.
 
 
Eigelb und Sahne verquirlen und die Oberseite der Buns damit bestreichen. Mit Sesam bestreuen.
Für 20 Minuten goldbraun backen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
 
 
Jetzt geht's an servieren. Einfach alles auf den Tisch stellen und die Gäste selbst agieren lassen.
 
 
Der Krautsalat gelang nicht besonders - deshalb habe ich heute kein Foto für Dich.... Der Rest passte aber perfekt dazu. Manche Gäste haben sich den Burger wie einen Turm belegt, andere haben sich das "Geschnetzelte" auf den Teller gepackt und das Brötchen so dazu gegessen.
 
 
Ganz egal - alles war genial !
 
 
Ich freu mich schon aufs nächste mal, wenn ich Pork pullen darf....
Taste it !
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dienstag, 30. Dezember 2014

AUTOBAHNHÄHNCHEN



......was für ein lustiger Name für ein Gericht ! Aber sehr passend. Schon lange taucht dieses platt"gefahrene" Huhn immer wieder in der Blogger-Welt auf. Ich wollte es unbedingt mal ausprobieren. Eigentlich bevorzuge ich ja Fleisch, dem man nicht mehr so sehr ansieht, dass es mal ein ganzes Tier war. Hühnerbrust oder zartes Filet oder so. Heute hab ich mal eine Ausnahme gemacht und will Euch gerne teilhaben lassen. Ich habe es ein klein wenig zu lang unterm Grill gelassen - sonst war alles super.

Zutaten

  • Ein küchenfertiges Brathähnchen
  • 1 EL Brathähnchen-Gewürzsalz (Salz, geräuchertes Paprikapulver, Chilipulver)
  • 1 EL brauner Zucker
  • 1 Biozitrone, Saft und Schale davon
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 EL Butter
  • Gemüse nach belieben, hier waren es
  • 2 Karotten
  • 2 Pastinaken
  • 1 Rote Beete
  • 4 kleine Kartoffeln, mehlig
  • 4 Charlotten
  • 3 Mini-Paprika
  • 3 Zweige Thymian

Zubereitung

Backofen auf 180° / Umluft vorheizen.
Hähnchen waschen, trockentupfen. Auf die Brust drehen. Mit einer scharfen Geflügelschere entlang der Wirbelsäule aufschneiden.


Umdrehen und so platt wie möglich drücken.


Aus Gewürzsalz, Zucker, Olivenöl und ein paar Spritzern Zitronensaft eine Marinade herstellen. Das Huhn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und großzügig mit der Marinade einpinseln.
In den Ofen schieben.
Jetzt kann man die Kartoffeln und das Wurzel-Gemüse putzen und in dicke Spalten oder Stücke schneiden und in einer Schüssel mit 1 EL Gewürzöl (von der Marinade) vermischen.
Nach 30 Minuten das Blech mit dem Huhn aus dem Ofen holen.
Nun das Gemüse ums Huhn herum verteilen und etwas mit dem ausgetretenen Hühnerfett vermischen.


Nun die Paprika putzen, würzen und 30 Minuten später einfach auf das Blech mit dazu legen.
Insgesamt braucht das Autobahnhähnchen ca. 80 Minuten.
2 Minuten vor Ende der Garzeit kann man etwas frische Kräuter aufs Gemüse zupfen, einige Zitronenzesten darüber geben und das Hähnchen nochmal mit flüssiger Butter bestreichen und den Grill des Ofens anheizen. Man sollte allerdings dabei stehen bleiben und nicht (wie ich) den Tisch decken...


Als Beilage auf dem Blech kann man die Gemüsesorten natürlich beliebig austauschen. Kartoffeln und Wurzelgemüse sind nach 60 min. bissfest, Gemüse wie Champignons, Zucchini, Tomaten oder Paprika brauchen ca. 30 Minuten.


Das Hähnchen war unglaublich knusprig und hat fast wie ein Wiesnhendl geschmeckt. Das Geheimnis, das weiß ich jetzt, ist wohl der Zucker....

Hähnchen mit Zitronenmaske - zur Brandstellentarnung....
 
 

Taste it !

Und Reste für Morgen kann man gut im Kühlschrank aufheben...


Sonntag, 21. Dezember 2014

SCHOKOLAMI ....

 
.... oder "Heut geht's um die Wurst".
 
 
Eine wunderbare Idee für eine weihnachtliche Kleinigkeit sprang mir da aus einer Zeitschrift ins Auge: Eine "Salami" aus Schokolade, mit eingeschmolzenen Keksen knusprig gemacht.


Die Optik fand ich genial - das Rezept mit den rohen Eiern darin gefiel mir nicht so sehr, deshalb habe ich mein eigenes entwickelt. Ich erinnerte mich an eine Schokolade, die ich in USA mal gegessen habe "Rocky Road Bars" , ähnlich unserem "Kalten Hund", nur mit Marshmallows.... Und so entstand dies:

ZUTATEN
für ca. 10 Würste:

  • 300 g Vollmilchschokolade
  • 400 g Zartbitterschokolade
  • 100 g Kuvertüre(dunkel oder hell, je nach Geschmack)
  • 50 g Kakaobutter
  • 100 g Butter
  • 1 EL Kakao
  • 100 ml Schokoladenlikör (oder ein anderer cremiger Likör)
  • 100 g Frischkäse

  • 100 g Marshmallows (Mini oder kleingeschnipselt)
  • 100 g Löffelbiskuits 
  • 1 EL Mandelstifte
  • 1 EL Pistazien, gehackt
  • 1 EL getrocknete Aprikosen, gehackt
  • 1 EL getrocknete Datteln, gehackt 
  • (Kekse, Nüsse und Früchte sind natürlich beliebig austauschbar - je nachdem, was der Küchenschrank an angebrochenen Tütchen hergibt)
  • Puderzucker

ZUBEREITUNG

Schokolade, Kuvertüre, Kakaobutter, Butter im Wasserbad schmelzen.
Kakao mit Likör kräftig vermischen und zur geschmolzenen Masse geben. Kräftig weiter rühren.
Vom Wasserbad nehmen, Frischkäse darunter rühren. Hierbei braucht man Kraft (oder eine Kitchenaid mit Flachrührer)
Nun hebt man die trockenen Zutaten vorsichtig unter.
Die ganze Masse kommt zum Abkühlen für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank.
Ich war etwas irritiert beim Herausnehmen, da die Masse geronnen schien - sie ließ sich aber wunderbar kneten und zu glatten Würsten formen.
Etwa 120 g pro Wurst, kurz in der Hand geformt, dann in Frischhaltefolie gepackt und mit 3-4 Schwüngen an den Enden um die eigene Achse gedreht - wie von selbst sind nun Würste daraus geworden. Noch lässt die Optik - zugegebener maßen - zu wünschen übrig...

 
So verpackt warteten sie auf die Weiterverarbeitung im Kühlschrank. Bei mir waren das 2 Tage. Ich denke, nach 3-4 Stunden sind sie aber fest genug.
 
 
Nun streut man den Puderzucker in die Hand und "reibt" die Wurst damit ein, um die Salami-Optik zu erlangen.

 
 Ich finde, sie sind kaum von echten zu unterscheiden....

 
 ....wenn sie dann noch in Cellophan verpackt und verschnürt werden.


Aufbewahren sollte man sie im Kühlschrank - anschneiden allerdings bei Zimmertemperatur. Sonst hat man eher Brösel als Scheiben.


Die hübsche Banderole kann mich sich übrigens downloaden - sie gehört zum Originalrezept aus dem Christmas-Heft der "Lecker"- Zeitschrift.


So, jetzt kriegt jede Kollegin noch ein Fläschchen Glühweinlikör an die Wurst gebunden - und dann wünsch ich allen frohe Weihnachten !

 
Taste it ! Ich würde gerne, hab aber alle verschenkt. Vielleicht hat ja jemand ein Feedback für mich, der eine probiert hat.

Montag, 10. November 2014

JUBILÄUMS-CURRYWURST....

...und eine kleine Hommage an ein paar schöne Tage in Berlin mit meinen Küchenschlächter- und Bloggerfreunden Maks, Oli, Nick, Susanne und Gudrun.
Dort im Oktober kulinarisch von Maks und Oli verwöhnt, geschichtlich und kulturell von Susanne begleitet, vom einheimischen Nick geguidet und von Gudrun im Nachhinein mit einer traumhaften Soße versorgt, wurde Berlin für mich was ganz besonderes.
 
 
 
Heute vor 25 Jahren fiel sie, die Berliner Mauer. Ein unfassbarer Moment der deutschen Geschichte. Auch meine Famile war geteilt, durch spektakuläre Flucht wieder teilweise zusammengeführt, aber erst seit dem 9. November 1989 wieder vereint.
Den ganzen Tag sitze ich heute schon vor dem Fernseher mit dem Lied von Reinhard Mey "Mein Berlin"  im Ohr und Tränen in den Augen. Mir gehts wie ihm:
 
"nun steh ich hier und meine Augen sehen sich nicht satt,
an diesen Bildern. Freiheit, endlich Freiheit über meiner Stadt."
 
Was kann man an einem solchen Tag denn bitte anderes - nun ja -" kochen" als Currywurst ?!

 
Vor allem wo sich doch noch dazu ein neues, handsigniertes (!) Kochbuch in meinem Besitz befindet. "Auf die Hand" von Stevan Paul. Darin werden alle möglichen Speisen und Zutaten zum Thema "Essen für unterwegs" beschrieben, mit sehr hübschen Bildern und Rezepten dazu. "Ein Buch für Küche und Couch gleichermaßen. Zum Nachkochen, Stöbern und Blättern, zum Lesen und Entdecken", wie es im Vorwort heißt.
Und für mich zur Inspiration für dieses Essen:
Coleslaw, Currywurst und Pommes Frittes.
 
 Hier die Rezepte dazu:


Coleslaw aus meiner Rezeptdatei, allerdings mit ein paar Abwandlungen:
  • Apfelessig (statt Sojasoße)
  • Estragon (statt Petersilie)
  • Sahne (statt Mandelmus)
 

Pommes Frittes
  • mehlige Kartoffeln
  • Sonnenblumenöl
  • Salz (oder Pommes-Frittes-Gewürz)
eine Schüssel mit Deckel

Ofen auf 220° Umluft vorheizen.
Kartoffeln in hübsche Fritten schnitzen. Auf Küchenkrepp auslegen, damit etwas Feuchtigkeit gezogen wird. Öl in die Schüssel geben, Kartoffeln rein, Deckel drauf und heftig durchschütteln. Die nun rundum geölten Fritten nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. 30 Minuten backen lassen, heraus holen und wieder auf Küchenkrepp aptropfen lassen. Nun würzen und heiß servieren.


 
 
Currysoße a la Gudrun
  • 1/2 Glas eingemachte Pflaumen
  • 150 ml Saft davon
  • 350 ml kapitalistische Geheimzutat (auch als "Cola" bekannt)
  • 500 ml Ketchup
  • 2 EL Worcestershiresoße
  • 2 EL Currypulver
  • 1 kleine rote Chilischote (aus Guddis Garten)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zimt
  • etwas Zitronensaft
Pflaumen, Saft und Cola ca. 60 Minuten einkochen. Pürieren. Restliche Zutaten  dazu geben und mit den Gewürzen abschmecken. Noch mal 5 Minuten köcheln lassen.
 
Bratwürste (nach Wahl) vom Darm befreien, rundum braten, in Scheiben schneiden. Mit der warmen Soße übergießen und servieren.

 
 
Ich habe noch nie eine bessere Soße zur Currywurst gegessen, ehrlich. Sie schmeckt scharf, süßlich, würzig aber vor allem sehr nach Berlin...

 


Streetfood hat sich mittlerweile in vielen Küchen etabliert. Also auch in meiner. Das nächste Projekt wird dann wohl "Pulled Pork", auf Seite 141 im neuen Buch zu finden.

Taste it !

Donnerstag, 30. Oktober 2014

SPAGHETTIKÜRBIS MIT OFENGEMÜSE

 
Ich liebe Kürbis, aber von diesem Exemplar hatte ich noch nie was gehört. Spaghetti-Kürbis heißt er, weil sein Fruchtfleisch nach dem garen eine fädenartige Konsistenz hat.
Eine wunderbare Idee hatte Ramona vom Blog Frl Moonstruck kocht . Von ihr habe ich mich nun zu diesem Rezept inspiriern lassen, mich auf die Suche nach genau dieser Kürbissorte gemacht und mein Glück versucht.

 
Als Hauptgewürz habe ich Zatar verwendet. Das ist eine orientalische Gewürzmischung mit gerösteten Sesamsamen, Sumach, Thymian und -natürlich- Ingwer. Und das braucht ihr zum Nachkochen:
 
ZUTATEN:
  • 1 Spaghettikürbis
  • 500 g Cocktailtomaten
  • 2 rote Paprikaschoten, in grobe Stücke geschnitten
  • 1 Knoblauchzehe, gehackt
  • 1 Zwiebel, in Ringe geschnitten
  • 1 Fenchelknolle, fein geraspelt
  • 5 EL gutes Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Zatar (hier von Schuhbeck)
  • frischer Basilikum
  • 1 paar Salatblättchen
  • gehobelter Parmesan
 
Für den Fisch:
  • 2 Viktoriabarsch-Filets
  • Zitrone
  • Salz, Pfeffer, Zatar, Mehl
  • Butterschmalz
  • etwas rohe Rote Bete, geraspelt
 

ZUBEREITUNG:
Ofen auf 200° / Umluft vorheizen. Kürbis ordentlich abwaschen und quer halbieren. Mit einem scharfen Löffel die Kerne und das lockere Fruchtfleisch herauskratzen.


Eine Marinade aus Öl, Salz, Pfeffer und Zatar in einer Schüssel anrühren. Beide Kürbishälften mit etwas davon einpinseln. Neben einander auf ein Backblech legen und - mit der offenen Seite nach oben - in den Ofen schieben.
Jetzt das vorbereitete Gemüse in der restlichen Marinade schwenken und auf einem zweiten Backblech ausbreiten.
20 Minuten nach dem Kürbis ebenfalls in den Ofen schieben, also oben das Gemüse, unten der Kürbis.
Nun beides nochmal für 20 Minuten im Ofen lassen.
Also: Kürbis 40 Minuten, Gemüse 20 Minuten ;-)

 
Nach dem Ende der Garzeit die Kürbishälften herausnehmen und mit einem Löffel etwas "ankratzen"

 
Ein paar Salatblätter (Feldsalat oder Ruccola) hineinlegen...

 
.... und nun das fertige Ofengemüse mit samt dem ausgetretenen Saft darauf legen. Vor dem Servieren habe ich etwas Parmesan frisch darüber gehobelt, etwas Pfeffer aus der Mühle - FERTIG 
 
 
Die süße Säure des Gemüses harmoniert perfekt mit dem Kürbis.
 
Das ist übrigens auch ein super vegetarisches Gericht für 2 Personen.
Es gibt Unmengen an Variationsmöglichkeiten - abgeschmeckt mit Pesto, eine Caprese-Füllung, Hackfleisch... Mir fallen auf Anhieb ganz viele Gerichte ein, die ich noch machen möchte. Kürbis ist für mich das schönste am Herbst !
 
Bei uns gab es eine Hälfte als Beilage zum Fisch. Und zwar diesen hier:
 
Viktoriabarsch-Filets säubern-säuern-salzen. Gewürze mit Mehl in einem Teller vermischen, Fisch darin wälzen und in die Pfanne mit dem heißen Butterschmalz ausbacken. Nach ca. 3 Minuten wenden. Die geraspelte rote Bete kurz ins Bratfett geben, dann auf Küchenkrepp abtropfen lassen und dan Fisch damit dekorieren.
 
 
Das sind natürlich alles hübsche Bilder, aber schließlich wollen wir das ganze ja auch essen. Und dann sieht es eher so aus:
 
 
Der Kürbis wird einfach ausgelöffelt und gibt die Beilage zum Fisch.

 
Mr.Taste ist kein Kürbisfan. Hokaido ist ihm zu mehlig, Butternut ist ihm zu neutral und überhaupt.... Der Spaghetti-Kürbis schmeckte ihm. So ein Glück für mich..
 
Taste it !

Samstag, 16. August 2014

HAPPY BITHDAY EDGAR, MOHNTORTE FÜR DICH !

 
Unser lieber Freund und Trauzeuge Eddi wünschte sich zum Geburtstag von mir eine Mohntorte. Außer "Soll schon Mohn drin sein, aber auf keinen Fall Rosinen und schmecken soll sie... " gab es keine weiteren Vorgaben. Mhmmm - und schon begannen die Überlegungen: Mohn-Blech-Kuchen ist lecker, aber nicht sehr festlich. Rührkuchen mit Mohn wird oft trocken und wenig gschmackig. Mit ein wenig Recherche, rumprobieren und aus eigener Erfahrung schöpfen, entstand dann dieses Rezept für eine hübsche, geburtstagstortentaugliche und sehr saftige und cremige
 
MOHNTORTE


ZUTATEN:

  • 80 g kalte  Butter in Stücken
  • 100 g Zucker
  • 1Ei
  • 200 g Mehl
  • 1 TL Backpulver

  • 750 ml Vollmilch
  • 2 Pck. Puddingpulver
  • 1 Pk, also 250 g, Mohnback (für mehr Mohngeschmack auch gerne 2 Pk.)
  • 100 g Zucker
  • 125 g Butter
  • 1 Becher Schmand

  • 2 Eigelb
  • 2 Eiweiß
  • 1 Becher Schmand
  • 80 g Zucker

Nach Belieben Puderzucker, Sahne, Kirschen....ect.

ZUBEREITUNG:

Zucker und Ei schaumig rühren, Butter darunterschlagen. Mehl und Backpulver darüber sieben und schnell zu einem glatten Mürbteig kneten. 30 Min. kalt stellen.
Aus Milch, Zucker und Puddingpulver einen festen Pudding kochen - etwas abkühlen lassen.
Die restliche Butter in Stückchen im Pudding leicht anschmelzen lassen und darunter heben, danach den Schmand unterrühren.

Eine Springform (26 Ø) mit Backpapier auslegen oder gut einfetten. Den Boden mit dem
Mürbteig auslegen, einen dünnen Rand davon etwa 2cm nach oben ziehen. Der Zeig lässt sich einfach hineindrücken, ausrollen funktioniert nicht so gut.
Nun wird der Pudding hineingegeben.
Das ganze darf nun bei 170°/  Umluft für 45 min in den Ofen. Man muss etwas aufpassen, dass die Oberfläche nicht zu dunkel wird.
In der Zwischenzeit bereitet man den Eierguss zu.
Eigelb mit Zucker sehr schaumig rühren. Schmand darunter heben. Eiweiß in einer seperaten Schüssel schaumig rühren. Vorsichtig unter die Schmand-Eigelb-Masse heben.
Nach 45 Minuten den Kuchen aus dem Ofen nehmen, den Guss darauf verteilen und nochmal bei
150° / 25 min in den Ofen geben.
da jeder Ofen anders ist, bitte aufpassen, dass er nicht zu dunkel wird.
Beim rausholen darf er noch sehr weich und wabbelig sein - keine Sorge - das ist richtig so. Der Pudding wird nach dem Auskühlen schön schnittfest.

 
In der Form abkühlen lassen, danach gerne über Nacht in den Kühlschrank stellen.


Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben und nach belieben verzieheren. Für den Geburtstag eines etwas älteren Herren kann man durchaus auch etwas altmodische kandierte Kirschen auf ein Sahne-Tuff setzen. Er wird begeistert sein :-)


 
 
Lieber Edgar, es war ein wunderschönes Fest bei Dir. Lass uns noch viele Geburtstage gemeinsam feiern und lass mich noch viele Kuchen für Dich backen !